04.10.2013 - Frischer Wind für Energiewende

In der Stadtgemeinde Zistersdorf entwickelt die Renergie gemeinsam mit einem Partner einen neuen Windpark. Dieser Tage erfolgte der Spatenstich.

"Ich habe die Hoffnung, dass wir die Energieversorgung in wenigen Jahrzehnten komplett auf erneuerbare Energien umgestellt haben", erklärte Renergie Geschäftsführer Josef Plank anlässlich des Spatenstichs zum Windpark "Zistersdorf Ost". Einen Beitrag dazu sollen die insgesamt neun Windräder des Projekts liefern, die Mitte 2014 ans Netz gehen sollen.

Plank unterstrich die Bedeutung einer Energiewende sowohl für die Klimazukunft als auch für die regionale Wertschöpfung. "Das Geld bleibt in der Region und der ländliche Raum erhält dadurch eine neue Chance", so Plank. Weiters bekräftigte er seine Forderung nach stabilen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Ökoenergie. Neben einer fairen und nachhaltigen Ökostromförderung gehöre dazu auch "die Verlässlichkeit im Netzbetrieb".

Drei Anlagen, von denen jede eine Leistung von drei Megawatt erbringen wird, werden in Zistersdorf von der Renergie betrieben, die übrigen Windräder von der niederösterreichischen "ImWind"-Gruppe. Allein die drei Renergie-Windräder werden eine Jahresproduktion von 23 Millionen Kilowattstunden liefern.

Mit den Arbeiten wird umgehend begonnen, zuerst werden Verkabelungen, Wege- und Erdbauarbeiten durchgeführt, anschließend die Fundamente gelegt. "Wir hoffen, dass wir damit noch vor dem Winter fertig sind", erklärt Plank im Gespräch mit der Raiffeisenzeitung. Die Gesamterrichtungskosten betragen rund 45 Millionen Euro, circa sechzehn Millionen davon kommen von der Renergie. Der neue Windpark wird sauberen Strom für fast 20.000 Haushalte liefern. Dadurch werden im Vergleich zu fossiler Energiegewinnung 40.000 Tonnen CO2 eingespart.

Derzeit befinden sich drei Windprojekte der Renergie im Bau. Neben dem nun in Zistersdorf begonnenen Vorhaben sind dies der Windpark HAGN mit zwanzig Anlagen sowie der Windpark Deutsch Haslau mit sechs Windrädern. Im Windpark HAGN, rund zehn Kilometer entfernt vom Projekt in Zistersdorf, laufen bereits sieben Anlagen im Probebetrieb, bis Jahresende sollte die gesamte Montage abgeschlossen sein. "Mit diesen Windparkprojekten leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Ziel Niederösterreichs, die Stromerzeugung auf hundert Prozent erneuerbare Quellen umzustellen", erklärt Josef Plank. Auch Nikolaus Brajkovic, Abteilungsleiter der Renergie-Mutter Raiffeisen-Holding NÖ-Wien (im Bild 5. von rechts), betonte die Bedeutung derartiger Projekte für die Erreichung der heimischen Klimaschutzziele. "Es gibt noch viel zu tun, damit Österreich die von der EU vorgegebenen ambitionierten Klimaziele bis zum Jahr 2020 erreicht", so Brajkovic.

Derzeit produziert die Renergie bereits rund 75 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom pro Jahr, das entspricht dem Stromverbrauch von 21.500 Haushalten und einer CO2-Einsparung von knapp 56.000 Tonnen.

Quelle: Raiffeisenzeitung / Philipp-Stephan Schneider