23.08.2017 - "Fetteres Ergebnis"

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Österreichischer Dieselgipfel vereinbart Sofortmaßnahmen.


Der VW-Abgasskandal, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge oder das viel diskutierte Ende für Verbrennungsmotoren verunsichern immer mehr Autofahrer. Wie eine kürzlich unter 800 österreichischen Autofahrern durchgeführte ÖAMTC-Online-Umfrage ergab, erwarten 64 Prozent der Befragten, dass alleine die Diskussion um das Ende von Verbrennungsmotoren negative Auswirkung auf den Wiederverkaufswert ihrer Fahrzeuge hat. Zudem halten 68 Prozent ein Auslaufen der Verbrenner-Technologie ab 2030 ohnehin für unrealistisch. 58 Prozent wollen ihre bestehenden Fahrzeuge unbeschränkt weiternutzen und -verkaufen können.

Auch die Diskussion über zu hohe NOX-Emissionswerte bei Dieselfahrzeugen würden für Verunsicherung sorgen – allerdings weniger stark als die Debatte über ein mögliches Ende für Verbrennungsmotoren. So halten 61 Prozent der österreichischen Autofahrer die aktuelle Diskussion über die Abgaswerte von Pkw für übertrieben, 27 Prozent sind verunsichert.

Dennoch, Österreich bleibt Dieselland: Im heurigen Jahr (Jänner bis Juli) gingen die Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen im Vorjahresvergleich zwar um 4,6 Prozent zurück, stellen mit knapp 110.000 Autos aber 51 Prozent des Marktes. Bei den Benzinern verzeichnet man laut Statistik Austria mit etwa 97.000 Fahrzeugen einen Zuwachs von 22,3 Prozent. Renato Eggner, Geschäftsführer Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement, merkt im Fuhrparksegment kaum einen Unterschied, erkennt jedoch einen verstärkten Trend zur Elektromobilität. Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement betreut rund 11.000 Fahrzeuge für 1.400 Firmen, knapp 90 Prozent der Leasing-Fahrzeuge sind dieselbetrieben, 7 Prozent elektrisch und der Rest tankt Benzin. Das Mobilitätsverhalten der Nutzer – längere Strecken, mehr Kilometerleistung – würden für Diesel sprechen: "Wirtschaftlichkeit und Praktikabilität sind hier die Entscheidungsbasis", so Eggner.


Elektro-Prämie

Beim österreichischen Dieselgipfel wurde laut Verkehrsminister Jörg Leichtfried "das magere Ergebnis von Deutschland aufgefettet". Die Autohersteller – VW, BMW, Mercedes-Benz, Renault, Audi, Kia, Ford, Porsche, Seat, Skoda, Hyndai, Mitsubishi und Opel – haben einer Ökoprämie zugestimmt. Gefördert wird damit der Umstieg von einem Dieselfahrzeug auf ein ökologisch besseres Auto. Wechselt man zu einem abgasfreien E-Auto, gibt es einen Zusatzbonus. Die Prämie wird zusätzlich zu Händlerrabatten gewährt und wird alleine von den Herstellern getragen. In welcher Höhe die jeweiligen Prämien bei den einzelnen Marken ausfallen, wurde beim Gipfel noch nicht beschlossen.

Weiters haben die Hersteller ein Software-Update für über 600.000 Dieselfahrzeuge zugesagt. Dazu zählen Umrüstungen im Rahmen der Rückholaktion als auch freiwillige Updates. Für letztere soll es weitere Anreize, wie zum Beispiel Gutscheine, geben. Keine Einigung konnte über technische Nachrüstungen erzielt werden. Die Hersteller hätten aber zugesagt, sich an der kommenden Abgasstrategie 2030 zu beteiligen.

Quelle: Alexander Blach, Raiffeisenzeitung