29.06.2017 - "Natürlichkeit und Regionalität bleiben Trend"

Hans Steiner und Hannes Wilhelmstätter - © Pinzgau Milch Produktions GmbH

Die Geschäftsführer der Pinzgau Milch gaben einen Rückblick auf 2016 und gingen auf aktuelle Entwicklungen und neue Zielsetzungen ein.

Nur wenigen Molkereien ist es 2016 gelungen, die Umsätze zu steigern. Die Pinzgau Milch konnte hingegen ihre Position unter den zehn größten Verarbeitungsbetrieben in Österreich weiter festigen. "Das vergangene Jahr war sehr herausfordernd. Trotz vieler Höhen und Tiefen gelang es uns, für 2016 einen Umsatz von rund 102 Millionen Euro und damit ein Plus von 2,5 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen", so Geschäftsführer Hannes Wilhelmstätter. Das Unternehmen sei ein innovativer Milchverarbeitungsbetrieb, stehe aber auch für eine ganze Region, die dank intakter Umwelt ideale Voraussetzungen für biologische Produkte und Bergbauern-Milchprodukte bietet. Rund 1.000 Milchbauern der Salzburger Gebirgsregionen Pinzgau und Pongau liefern ihre Milch zur Pinzgau Milch.
 

Zentrale Themen Bio, Käse, Ressourcentrennung und Functional Food

Geschäftsführer Hans Steiner: "Die Landwirte wie auch ihr Verarbeitungsbetrieb Pinzgau Milch meistern täglich Herausforderungen, die jene einer Flachlandbewirtschaftung bei weitem übertreffen. Und dieser Fakt macht Pinzgau Milch einzigartig: Kleinbetriebe, die für den Erhalt seltener Rindersorten, Almbewirtschaftung und Traditionen sorgen und zudem Premiumqualität abliefern, machen unser Alleinstellungsmerkmal am Milchmarkt aus. So hat man sich dies 2016 bereits zu Nutze gemacht und wird sich auch in Zukunft auf die zentralen Themen Bio, Käse, Ressourcentrennung sowie Functional Food konzentrieren". 2016 gab es dazu bereits große Investitionen, um vor allem die sechs verschiedenen Milchsorten getrennt voneinander zu sammeln, zu liefern, zu lagern und zu verarbeiten. "2017 gibt es eine Fortsetzung zu diesen Investitionen – eine Spezialisierung erfordert eine Optimierung aller Betriebs- und Produktionsprozesse", so die Geschäftsführer.

Trotz 20 Prozent Mehranlieferungen in den ersten fünf Monaten 2016 pendelten sich die Anlieferungen im Jahresverlauf wieder ein, sodass sich bis zum Jahresende ein Plus von 8,2 Prozent ergab. Dennoch lag der Milchauszahlungspreis der Pinzgau Milch 2016 wie schon in den Jahren zuvor im oberen Drittel der österreichischen Molkereien. "Unser niedrigster Milchpreis lag im letzten Jahr bei 31 Cent/kg brutto – wir wollen kein Verbrechen an den Milchbauern begehen. Wenn schon 50 Prozent der angelieferten Milch Bio-Qualität aufweist, ist uns ein entsprechendes Einkommen für unsere Lieferanten wichtig", so Steiner. Momentan liegt der Milchpreis bei 39 Cent/kg brutto, 1 Cent/kg mehr gibt es für Almmilch. Ein Meilenstein 2016 war die Einführung der Marke Almsenner, die mittlerweile national bei den wichtigsten Handelspartnern sowie in Italien und Deutschland erhältlich ist. "Zusätzlich zum weiteren Ausbau des Standbeins Käse wollen wir die Potenziale im Export nutzen. Neben einer zweisprachigen Beschriftung und einem neuen Produktdesign ist ebenso ein neues Unternehmensdesign in Arbeit", ergänzt Wilhelmstätter. "Im Pinzgau ist Tierwohl eine normale Sache. Dass wir für eine intakte Umwelt, naturbelassene Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und artgerechte Tierhaltung mit genügend Auslauf einstehen, soll und muss dem Konsumenten über eine neue Verpackung kommuniziert werden. Ein großer Vorteil für die Pinzgau Milch – denn der Trend zur Natürlichkeit und Regionalität wird auch in Zukunft bleiben", so die Geschäftsführer.

Quelle: Raiffeisenzeitung; Text: Eva-Maria Nagl