12.05.2017 - "Wer Wasser hat, gestaltet die Zukunft"

Bewässerung

LK-Präsident Schultes fordert eine Machbarkeitsstudie zur Bewässerung von Risikogebieten in Ostösterreich.

Große Teile von Niederösterreich zählen zu den wärmsten und trockensten Regionen in Österreich. Im östlichen Flach- und Hügelland besteht für die Landwirtschaft aufgrund der geringen Niederschläge, der hohen Temperaturen, dem hohen Windpotenzial und der hohen Verdunstungswerte ein hohes Trockenheitsrisiko, wie Herbert Formayer vom Institut für Meteorologie an der Universität für Bodenkultur Wien im Rahmen der "Klartext"-Veranstaltung der Landwirtschaftskammer Österreich zum Thema "Lebensquell Wasser: Wie lange noch?" erläutert.

Der Klimawandel werde die "ohnehin prekäre" Situation der Landwirtschaft noch verschärfen. Es ist mit Temperaturerhöhungen, einer Zunahme der Verdunstung und auch einer Erhöhung des Niederschlagsdefizits zu rechnen, betont auch Wolfgang Neudorfer, Geschäftsführer des Marchfeldkanals. Nun gelte es Anpassungsmaßnahmen zu analysieren. Eine Möglichkeit wäre das Defizit durch zusätzliche Bewässerung auszugleichen. Damit werde die Nahrungsmittelversorgung aufrecht erhalten und die Existenzgrundlage der Landwirtschaft gesichert. Aktuell werden bereits 100.000 Hektar Ackerland, Wein- und Obstbauflächen in Niederösterreich bewässert. Potenzial bestehe laut Neudorfer für insgesamt 250.000 Hektar. Eine "sehr potente Möglichkeit" das Wasser dafür zur Verfügung stellen, bietet die Donau. Ähnlich wie bereits beim Marchfeldkanal umgesetzt oder durch Fernleitungen könne das Donauwasser in die betroffenen Regionen geleitet werden.

"Nun brauchen wir für das Risikogebiet Ostösterreich rasch eine Machbarkeitsstudie, die ganz konkret aufzeigt, wo und wie die Möglichkeiten, die die Donau zu Bewässerung bietet, auch genützt werden können", fordert Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich. Vor allem dieses Gebiet hat enorme Bedeutung für eine hochwertige und wertschöpfungsintensive Gemüse-, Mais, Erdäpfel- und Zuckerrübenproduktion. Sichert man die Wasserversorgung, erhalte diese Region eine mitteleuropäische Sonderstellung, wovon Wirtschaft, Landwirtschaft und Arbeitsmarkt profitieren würden.

Eine große Herausforderung stelle der lange Planungshorizont dar. Auch wenn heute in manchen Gebieten eine Bewässerung noch nicht notwendig ist, müsse man schon jetzt mit der richtigen Planung beginnen, "denn wer das Wasser hat, gestaltet die Zukunft".

Quelle: Raiffeisenzeitung, Text: Alexander Blach