17.04.2017 - Nachhaltig investieren und Einfluss nehmen

Wolfgang Pinner - Bild: Raiffeisen KAG

Immer mehr Anleger wollen ihr Geld verantwortungsvoll und sozial verträglich anlegen und investieren in einen nachhaltig gemanagten Fonds.

Bedingt durch ein wirtschaftliches Umfeld mit extrem niedrigen Zinsen entdecken immer mehr Menschen Investmentfonds als das für sie passende Veranlagungsprodukt. Das ist deshalb möglich, weil Fonds so vielfältig sind wie die Anleger selbst, die in Fonds investieren. In den letzten Jahren wollen immer mehr Anleger ihr Geld verantwortungsvoll und sozial verträglich anlegen und finden, dass ein nachhaltig gemanagter Fonds am besten zu ihnen und ihrer Lebenshaltung passt.

2013 erklärte die Raiffeisen KAG das Thema Nachhaltigkeit zu einer ihrer Kernkompetenzen. Und inzwischen hat das Unternehmen eine ganze Reihe an nachhaltig gemanagten Fonds mit unterschiedlichen Risikoausprägungen in seinem Angebot. Das Thema Nachhaltigkeit beschränkt sich dabei nicht auf das bloße Ausschließen von Wertpapieren nach bestimmten Kriterien. Das Team rund um Wolfgang Pinner sucht aktiv den Dialog mit den Unternehmen, befragt diese zu Strategien, nachhaltigem Wirtschaften und den Umgang mit Mitarbeitern und Lieferanten. Es übt Stimmrechte aus und versucht als Aktionär, ganz bewusst Einfluss auf das nachhaltige Handeln der Unternehmen zu nehmen.    


Nachhaltig investieren und Einfluss nehmen    

Unternehmen dazu bringen, mehr gesellschaftliche und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Wolfgang Pinner, Leiter der Abteilung nachhaltige Investments, erläutert, wie das funktionieren kann.         
    
Warum liegt nachhaltiges Investieren derzeit so im Trend?    

Wolfgang Pinner: Weil es Anlegern die Möglichkeit gibt, Positives zu bewirken. Wir leben bewusster und investieren auch bewusster. Nachhaltiges Investment steht für "Verantwortung" und "Zukunftsfähigkeit". Es geht hier nicht bloß um Kurse und Erträge, sondern basiert auf dem Wunsch, gesellschaftliche und ökologische Veränderungen herbeizuführen.    

Als nachhaltiger Investor hinterfragen Sie die Strategien von Unternehmen. Was bringt das?    

Pinner: Als Großanleger stehen wir in der Verantwortung, wie wir Geld erwirtschaften. Dazu ist es wichtig, die Unternehmen, in die wir veranlagen, gut zu kennen und auch zu hinterfragen, welche Rolle soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie spielt. Ziel des Unternehmensdialoges ist einerseits das Generieren eines Mehrwertes für das Unternehmen und damit für den Investor und andererseits auf Umwelt-und Gesellschaftsebene eine positive Entwicklung zu bewirken.    

Gelingt diese Einflussnahme?    

Pinner: Unternehmensdialoge und auch Stimmrechtsausübung als Mittel der Einflussnahme sind in der Regel umso erfolgreicher, je höher die Anteile am Unternehmen, sprich je mehr Aktien, damit verbunden sind. Sehr häufig werden Unternehmen im Rahmen des Unternehmensdialogs zu mehr Transparenz veranlasst, manchmal auch zu einer Strategieänderung. Deshalb ist bei Unternehmensdialogen und Stimmrechtsausübung der Zusammenschluss von verantwortungsbewussten Investoren auch sehr sinnvoll und notwendig. Wenn beispielsweise ein Energieversorger auf Druck von Investoren den Anteil an erneuerbaren Energiequellen bei der Stromproduktion erhöht, ist das ein Beispiel für erfolgreiche Einflussnahme.    

Welche Vorteile bringt der Dialog den Unternehmen?    

Pinner: Wie gesagt, es geht hier um die Erzielung eines Mehrwerts für beide Seiten – Investoren und Unternehmen. Auf diese Art und Weise bekommt das Unternehmen ja auch die Chance, neue Investoren zu gewinnen. Wenn es keinen Dialog gibt, erkennt das Unternehmen vielleicht nicht, wo es ansetzen könnte, um neues Kapital zu generieren.    

© Foto: Raiffeisen KAG
Quelle: Raiffeisenzeitung